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 Angst/Panik

     

Inhalt:

Kurze Einführung zur Angst
Über die Angstprobleme bei der Depression
Wie entsteht die Panikattacke
Wie arbeitet unser Unterbewußtsein
Angst im Tunnel (Beispiel 1)
Angst in Geschäften (Beispiel 2)
Was kann ich gegen meine Panik unternehmen

     

Kurze Einführung zur Angst

Angst- und Panikattacken, das bekommen wir in den letzten Jahren verstärkt zu hören. 

Was aber ist das eigentlich - Angst - Panik?

Wenn ich im Folgendem von Angst spreche, ist damit auch die Panik mit gemeint.

Angst ist nichts gefährliches. Das Angstgefühl ist jedem Menschen angeboren und eine ganz natürliche und nützliche Reaktion. Das Angstgefühl hat eigentlich nur eine einzige Aufgabe. Es soll uns schützen und behüten. Die Angst wird vom Unterbewußtsein gesteuert und somit, in gewisser hinsicht, auch von uns selbst, da wir die Möglichkeit haben, über unser Denken und den Glauben an eine Sache, dem Unterbewußtsein Befehle zu erteilen.

Das was wir den ganzen Tag denken und fühlen, werden wir erleben. Nicht das was wir uns mit ein, zwei Gedanken wünschen.

Der Angstpatient lebt eigentlich nach dem letzten Satz und wundert sich letztendlich, warum ständig diese Panikattacken kommen. Der entscheidende Fehler des Phobieisten liegt darin, daß er den ganzen Tag an fast nichts anderes Denkt als an seine Angst. Er kann vor ihr nicht weglaufen, sie kann einem an jedem Ort, zu jeder Zeit ereilen. Ständig ist man bemüht, den angstauslösenden Situationen aus dem Wege zu gehen. Immerzu lauscht man in sich hinein, ob die Angst in Anmarsch ist. Schlicht, die Gedanken kreisen um alles was mit “Angst” zu tun hat. Das schlimmste an dieser Situation ist es, daß es dem Betroffenen gar nicht mehr bewußt wird, womit sich seine Gedanken beschäftigen. Diese Art zu denken ist einem zur Gewohnheit geworden und läuft bereits im Unterbewußtsein ab. Sie können das ganze mit dem Atmen vergleichen. Sie wissen, daß Sie atmen aber es ist Ihnen nicht “bewußt”, da das “Unterbewußtsein” diesen Ablauf steuert. Erst wenn Sie sich Ihre Atmung ins Bewußtsein holen, also gezielt daran denken, spüren Sie den Atem und können z.B. die Atemfrequenz steuern.

Die Gedanken sind es, die letztendlich eine Attacke auslösen. Der Angstpatient hat die Kontrolle über seine Gedanken verloren und die muß er wieder bekommen. Auf einigen Homepages konnte ich immer wieder lesen, daß der beste Trick “Ablenkung” ist wenn man seine Panik bewältigen will. Sicher ist es für den Moment eine brauchbare Lösung, wenn Sie Ihre Gedanken gezielt auf etwas anderes lenken. Aber es kann niemals eine Dauerlösung sein. Denn wer sich mit Ablenkung beschäftigt, der bewältigt damit sein Problem nicht. Nur wer sich gezielt mit seinem Problem befaßt, kann es auch bewältigen.

Versuchen Sie es ruhig einmal mit Ablenkung. Stellen Sie sich z.B. eine Rechenaufgabe oder zählen Sie etwas zusammen usw. Sie werden feststellen, daß es nicht so einfach ist sich abzulenken. Ihre Gedanken werden automatisch zur Angst zurück kehren. Erst wenn Sie dieses “Erste-Hilfe-Programm” oft genug angewendet haben, wird es Ihnen gelingen sich damit abzulenken. Sie müssen es nähmlich erst lernen, sich nur auf die gestellte Aufgabe zu konzentrieren. Wenn Sie etwas erst lernen müssen, warum nicht gleich das Richtige?

Im zeitlichen Ablauf ist nicht viel Unterschied, im Ergebnis aber ist das “Erste-Hilfe-Programm” die schlechtere Wahl, es sei denn, daß Sie sich für den rest Ihres Lebens mit Ablenkung beschäftigen wollen.

Zusätzlich zu diesen Ablenkungsprogramm habe ich z.B. in einer Page gelesen, daß man versuchen sollte, sich über die Angst lächerlich zu machen. Hier wird der Rat gegeben, sich folgendes zu sagen: “Na und, dann sterbe ich jetzt einfach. (am besten gleich 10 x hintereinander) oder - Jawohl, jetzt kippe ich hier mitten auf der Straße um. Genau so mache ich es”. Diese Vorgehensweise halte ich für sehr gefährlich, denn Sie suggerieren sich damit etwas sehr negatives, das sich irgendwann, wenn es ins Unterbewußtsein, als Glaubenssatz, übergegangen ist eintreffen kann. Für den Paniker, der sowieso alles von der negativen Seite sieht, ist es kein Problem an das selbst suggerierte zu glauben. Davon geht eine große Gefahr aus, deshalb:

“lassen Sie die Finger von solchen Methoden.”

Solche Methoden sind allenfalls dazu angetan, daß Sie mit der Zeit ein weiteres Angsproblem bekommen, welches Sie sich selber suggerieren. Wenn Sie sich nach meiner auf dieser Seite beschriebenen Methode richten und intensiv daran arbeiten, dann könnte man es auch als Ablenkung betrachten, nur daß Sie sich dabei positives suggerieren, das ebenfalls mit der Zeit seine Wirkung entfalten wird.

Ein Mensch der allen ernstes von sich behauptet, daß er noch nie “Angst” gehabt hat, der lügt. Die Angst übernimmt bereits im Kleinkindalter eine wichtige Rolle. Babys sind noch unerfahren. Sie müssen alles erst lernen und ihre Erfahrungen sammeln. Wer oder was behütet sie, bei ihren Erkundungsdrang, wenn wir die Eltern einmal ausklammern. Beobachten Sie einmal das Verhalten eines Babys, wenn es zu krabbeln beginnt. Die allerersten Versuche sind sehr zögerlich und es wird im laufe der Zeit immer sicherer. Das gleiche Verhalten können Sie beim “Gehenlernen” beobachten. Hier spielen zwei Dinge eine Rolle.

1. Sie können es noch nicht und müssen es mit allen dazu gehörenden Dingen erst lernen.

2. Sie können die Situation noch nicht einschätzen (fehlende Erfahrung) und automatisch kommt eine gewisse Angst dazu, die sie bremst. Mit zunehmender Sicherheit verschwindet diese Angst.

Wenn ein Kleinkind, das erste Mal auf eine Treppe zugeht, dann können Sie dieses zögernde, ängstliche Verhalten ebenfalls beobachten. Die angeborene Angst läßt das Kind ganz behutsam an die unbekannte Sache herangehen. Dieses Verhalten können Sie auch bei den Erwachsenen beobachten, wenn etwas neues auf sie zukommt. Erts das Erkennen, daß nichts passiert, läßt die Angst schwinden. Sollte doch etwas passieren, so gehen wir beim nächsten Versuch noch vorsichtiger an die Sache heran.

Für die Entwicklung des Menschen sind diese ersten “ängstlichen” Versuche von entscheidender Bedeutung, denn als zusätzlicher Faktor kommt noch das Unterbewußtsein dazu, welches alles speichert.. Jede erlebte Situation wo etwas schief gegangen ist steigt in unserem Inneren sofort hoch, wenn wir in eine ähnliche Situaion kommen. Je mehr einem Menschen im laufe des Lebens passiert ist, um so mehr zusammenhänge kann das Unterbewußtsein herstellen, und um so öfter kommt die Angst. Menschen dagegen, denen nichts oder nur wenig passiert, schläfern ihr natürliches Angstgefühl ein und das Unterbewußtsein kann diesbezüglich auch keine Erfahrungen sammeln.

Dabei ist es nun eine ganz natürliche Reaktion, daß sich bei der ersten Gruppe eine übersteigerte “Angstproblematik” entwickelt, während sie bei der zweiten Gruppe zu verkümmern scheint. Anhand dieser Schilderung können Sie sich selber ausrechnen, wo das Problem der Angst ihre Wurzeln hat.

Der Umgang des Menschen trägt dann noch das seine dazu bei. Wer z.B. sehr ängstliche Eltern hat, der übernimmt fast automatisch deren Verhalten und somit auch deren Ängste. Wer sich andauernd mit irgendwelchen Ängsten beschäftigen muß, der zieht angsteinflößende Situationen geradezu “magnetisch” an. Aufgrund der schlechten Erfahrungen die er sammelt, kann er gar nicht anders - Er sucht immer erst das Angsteinflößende und er findet es auch.

Durch diese Entwicklung eines Menschen gibt es natürlich unzählige Situationen, die das Unterbewußtsein mit Angst in Verbindung bringen kann. Es ist oftmals schon ausreichend, an etwas zu denken wo das Unterbewußtsein einen Zusammenhang zu einer früheren Situation herstellen kann, um eine Angst aufsteigen zu lassen. Ein Mensch, der diese Zusammenhänge nicht kennt, spricht dann von einer unbegründeten Angst. In meinen Augen gibt es keine unbegründete Angst. Für jede Angst gibt es einen Auslöser. Da dieser Auslöser auch im Unterbewußtsein liegen kann, können wir ihn “bewußt” nicht erkennen. Es kommt dann mit der Zeit unweigerlich dazu, daß wir eine “Angst vor der Angst” entwickeln, was dann wiederum zu den gefürchteten Panikattacken führen wird.

Es ist ganz logisch, daß diese Ängste zu Bausteinen für eine Depression werden. Ich persönlich neige sogar dazu zu sagen: Eine Depression ohne Ängste gibt es nicht, und Ängste ohne Depression ebenfalls nicht. Wenn wir dazu dann noch die Auslöser der Panikstörung mit den Auslösern der Depression vergleichen können wir eine gewisse Übereinstimmung feststellen, die für mich keine Trennung zwischen Angstkrankheiten und Depressionen zulassen, auch wenn es in medizinischer Sichtweise getrennt wird.

Über die Angstprobleme bei der Depression

Jeder Depressive leidet mehr oder weniger unter seinen Ängsten. Oft ist es sogar die Angst vor der Angst, unter der er zu leiden hat. Angst ist auch nicht immer der richtige Ausdruck dafür, denn meist artet es in regelrechte Panikattacken aus. Diese Attacken sind für den Betroffenen so schlimm, daß er an nichts anderes mehr denken kann. Das größte Problem haben aber die meisten damit, daß Ihnen keiner so richtig erklären kann, warum diese Panikattacken immer wieder kommen und was man dagegen unternehmen kann. Ein weiteres Problem ist es, daß sich aus dem persönlichen Umfeld auch keiner bemüht, es auch nur annähernd zu verstehen. Die tödlichsten Ratschläge kommen dann von dieser Seite. “Du mußt dich nur zusammenreißen” oder ähnlich hat sicher jeder schon gehört. Als ob das so einfach wäre.

Im folgenden will ich versuchen, Ihnen die Zusammenhänge dieser Panikattacken näher zu bringen. Diese Erklärung stützt sich nicht auf eine fachärztliche Aussage. Es sind vielmehr die eigenen Beobachtungen und Erfahrungen mit diesem Thema, die mich zu folgender Überlegung brachte.

Wie entsteht die Panikattacke?

Fest steht in den Augen der Betroffenen eigentlich nur, daß kein einleuchtender Grund für diese Attacke vorhanden zu sein scheint. Es sind keine unmittelbaren Auslöser zu erkennen, und doch muß es sie geben. Der Mensch kann sich vor “nichts” nicht fürchten.

Es muß also generell einen Auslöser für die aufsteigende Angst geben. Im Normalfall, beim Gesunden, ist es z.B. eine bedrohliche Situation. Beim Depressiven aber auch bei sonstigen psychischen Störungen gibt es deutlich mehr Gründe für eine aufsteigende Angst. Vor allem sind diese Gründe nicht immer so deutlich erkennbar wie beim gesunden Menschen. Was die ganze Sache noch schwieriger macht, ist es daß der eigentliche Auslösefaktor nicht unbedingt in der Gegenwart liegen muß. Vielmehr liegt er meist in der Vergangenheit und das kann bis in die Kindheit zurück reichen. Deshalb ist es für dem Betroffenen sehr schwierig einen Grund für die plötzlich aufsteigende Angst- oder Panikattacke zu finden. Man denkt vielleicht an die Dinge, die heute passiert sind, aber nicht an die der Vergangenheit. Der Grund für solche, der Vergangenheit entstammenden, Angstauslösern beruht in der Regel auf alte Glaubenssätze, die wir irgendwann einmal gebildet haben. Dabei muß das damalige Ereignis, mit dem heutigen nicht identisch sein. Es reicht, wenn das Unterbewußtsein einen Zusammenhang mit der früheren Situation herstellen kann. Dazu möchte ich Ihnen ein kleines Beispiel nennen, daß Sie sicher selbst schon öfter spüren konnten:

Bereits in frühester Kindheit wird einem gelernt, daß man z.B. vor einem Polizisten “Respekt” haben muß. Er ist der Hüter des Gesetzes, er sperrt Menschen ein und hat sehr weitreichende Vollmachten. Oft genug wurde einem auch in der Kindheit damit gedroht, daß er kommt wenn man nicht brav ist und einem einsperrt. Aus diesen Suggestionen wird dann ein Glaubenssatz gebildet, der besagen kann, daß Polizisten zum Fürchten sind. Oft wird es aber auch auf alle anderen Uniformträger ausgedehnt. Wie oft ist es Ihnen z.B. schon passiert, daß Sie eine Grenze überqueren wollten, und beim Anblick des Zöllners haben Sie plötzlich ein flaues Gefühl im Magen verspürt, ganz ohne Grund weil Sie keine Schmuggelware im Auto hatten. Der Anblick des Zöllners hat für das Unterbewußtsein bereits ausgereicht, einen Zusammenhang mit dem Glaubenssatz herzustellen undfür eine entsprechende Angstsituation zu sorgen. Da aber nicht der geringste Grund vorhanden ist, sich “bewußt” zu fürchten, können viele diese Situation nicht einordnen und denken an eine “unbegründete” Angst.

Dieses Beispiel können Sie auf jede Lebenssituation übertragen. Solange Sie solche Glaubenssätze in sich tragen, wird Ihnen immer wieder eine vermeintlich unbegründete Angst aufsteigen. Das bedeutet für Sie, daß Sie solche Glaubenssätze aufspüren und eliminieren müssen. In meinem Buch “Der Weg aus der Depression” habe ich unter anderem genau geschildert, wie Sie solche Glaubenssätze aufspüren können und wie Sie sie gegen bessere austauschen können.

Eine Hilfe kann es sein, daß man sich in den Situationen wo eine unbegründete Angst aufsteigt, klar macht: “Es gibt keinen Grund für meine Angst, diese Situation hat nicht das geringste mit einer früheren zu tun“. Dies ist zwar ein sehr langwieriger Weg, denn er hilft einem nicht beim ersten Mal sondern man muß ihn immer wieder wiederholen bis er seine Wirkung zeigt. Vor allem ist es hier auch wichtig, daß man sich anschließend die Situation noch mal ins “Bewußtsein” holt und sich bestätigt, daß wirklich kein Grund zur Angst vorhanden war, und daß nichts passiert ist. Dieses “Bewußt” machen ist sehr wichtig, denn das Unterbewußtsein braucht Beweise dafür, daß es falsch reagiert hat. Nur wenn es genügend Beweise bekommen hat wird es seine Reaktion aufgeben und der falsche Glaubenssatz ist eliminiert.

Sehr oft konnte ich z.B. hören, daß solche Angstattacken in Tunnels auftreten. Es ist allerdings auch sehr oft der Fall, daß sie in größeren Geschäften auftreten. In beiden Fällen bleibt dem Betroffenen nur die Flucht übrig, weil er sich nicht anders zu helfen weiß. Diese zwei Beispiele werde ich unten aufgreifen und etwas näher darauf eingehen. Sie können davon jederzeit eine Ableitung auf Ihre spezielle Situation herstellen.

Bevor ich auf diese beiden Beispiele eingehe muß ich Ihnen kurz noch einige Abläufe im Unterbewußtsein erklären, damit Sie das ganze besser nachvollziehen können.

Wie arbeitet unser Unterbewußtsein?

Das Unterbewußtsein speichert alles was wir so im Laufe des Lebens, in irgendeiner Form, aufnehmen. Jede Situation, jedes Wort und jedes Erlebnis. Man könnte es mit einen Computer vergleichen, in dem die automatische Speicherung aktiviert ist. Die Festplatte des Computers ist unser Unterbewußtsein in dem alles gespeichert wird, ohne daß wir dazu etwas beitragen müssen.

Alles was unser Unterbewußtsein gespeichert hat, kann von ihm auch jederzeit abgerufen werden. Sicher ist es Ihnen schon oft genug passiert, daß Ihnen plötzlich, ohne jeden erkennbaren Grund, etwas eingefallen ist, wovon Sie eigentlich glaubten es schon längst vergessen zu haben. Im “Bewußtsein” mögen Sie es vergessen haben aber dem Unterbewußtsein passiert das nicht. Es kann zu jeder Zeit und an jedem Ort auf alles zurückgreifen und es uns ins Bewußtsein holen. Dabei kann es durchaus zu einer zeitlichen Verzögerung kommen, wie bei einem PC mit zu geringen Arbeitsspeicher.

In unserem Unterbewußtsein sind auch viele “Suggestionen” gespeichert, z.B. “Das ist ja zum Kotzen”, “Das zerbricht mir das Herz”, “Da brummt mir der Schädel”, “Das kannst du nicht”, “Ich bin dumm” usw. Auf solche Suggestionen greift unser Unterbewußtsein zurück, sobald wir in eine Situation kommen in der wir früher so gedacht haben. Das geht dann oft soweit, daß wir zum Beispiel wirklich kotzen müssen. Warum?

Ohne daß wir es richtig mitbekommen, stellen wir uns in der Situation das damalige Ergebnis vor. Da seinerzeit das Ergebnis “Kotzen” wirklich eingetroffen ist glauben wir auch daran und aus heiteren Himmel trifft das damalige Ergebnis ein. Wenn wir uns etwas Bildhaft vorstellen, dann hat diese Vorstellung auch eine gewisse Kraft. Das ist die “Vorstellungskraft”. Diese Vorstellungskraft ist nach dem Unterbewußtsein das mächtigste Organ in uns. Es ist weitaus stärker wie der berühmte “Wille”, der uns immer wieder angetragen wird so nach dem Motto: “Mit dem nötigen Willen geht alles”.

Diese Vorstellungskraft vermag es, in bestimmten Situationen einen Zusammenhang mit früher herzustellen und das Unterbewußtsein reagiert entsprechend. Das kann soweit gehen, daß ein bestimmter Geruch ein bestimmtes Ereignis auslösen kann. Je schlechter es dem Depressiven geht um so eher werden solche Zusammenhänge hergestellt.

Eines sollten Sie aber generell beachten. Es gibt Momente wo man plötzlich Angst vor der eigenen Courage bekommt und die sind sehr schwer einzuordnen. Nehmen wir als Beispiel das eigentlich typische “Ja-Sager-Verhalten” des Depressiven. Er kann nicht nein sagen wenn jemand mit einer Bitte oder einem Anliegen kommt. Dieses Verhalten ist sein Unterbewußtsein gewöhnt. Da Sie aber mittlerweile einiges gelernt haben und wissen, daß Sie nicht immer Ja sagen dürfen, gehen Sie eines Tages her und sagen “Nein”. Das ist Ihr Unterbewußtsein nicht gewöhnt, es erschrickt förmlich und handelt entsprechend. Plötzlich, wie aus heiterem Himmel geht es einem “Sauschlecht”, von einer Sekunde zur anderen, und das obwohl man eigentlich einen Grund zur Freude, für das richtige Verhalten, haben müsste. Beachten Sie dieses Prinzip generell, damit es Ihnen keine Probleme aufwirft. Es kann so kommen aber es muß nicht. Wenn es so kommt, dann wird es in der Regel öfter kommen und von Mal zu Mal leichter werden, bis es letztendlich ganz verschwindet. Beachten Sie dieses Verhalten auch dann wenn Sie gemäß der unten stehenden Beispiele handeln. Auch hier kann es zu solchen Reaktionen kommen. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Es ist nur der Versuch, Sie in alte gewöhnte Gleise zurück zu führen. Viele Depressive haben aufgrund solcher Reaktionen umgeschwenkt, was natürlich den Heilungsprozeß deutlich verzögert, denn irgendwann muß es jeder durchstehen wenn er es bewältigen will

Dieses Thema habe ich in meinem Buch “Der Weg aus der Depression” sehr ausführlich erläutert. Sie können es für nur DM 10,-- bei mir bestellen. Jede Bestellung trägt dazu bei, daß ich meine nicht unerheblichen Kosten dieser Page decken kann, und daß ich meine Seiten auch weiterhin “Werbefrei” halten kann. Unter “Bücher” erfahren Sie einzelheiten zu meinen Büchern, und die Seite “Bestellschein” brauchen Sie nur noch am PC ausfüllen, ausdrucken und absenden.

Versuchen wir nun einmal zu ergründen welche Auslöser, den obigen Beispielen zugrunde liegen könnten. Anhand dieser Ergründung können Sie eine Ableitung auf alle anderen Situationen herstellen.

Angst im Tunnel

Dieses Phänomen ist sehr gehäuft anzutreffen. Diese Häufung läßt darauf schließen, daß dieser Angstattacke das gleiche, oder sehr ähnliches, Ereignis vorausgeht. Welches Ereignis könnte dies sein?

Tunnel würde ich als erstes mit Dunkelheit in Zusammenhang bringen. Ein Tunnel ist auch mit einer gewissen Enge verbunden. Es ist also gedanklich “ein dunkler Kanal”. Was im Leben des Menschen läßt sich mit einem dunklen Kanal in Verbindung bringen?

Es ist das erste größere Ereignis im Leben jedes Menschen: Die Geburt! Der Weg durch den engen, dunklen Geburtskanal. Dieser Weg ist zwischendurch mit problemen, bei der Entbindung, verbunden. Dann steigt die erste “Todesangst” auf, die durchaus mit einer Panikattacke vergleichbar ist. Es ist also durchaus denkbar, daß unser Unterbewußtsein, in einem Tunnel, bei entsprechend schlechtem Befinden, einen Zusammenhang herstellt. Automatisch kommt es zur damaligen Reaktion “der Panikattacke”.

Es ist mittlerweile vielfach, durch Hypnose, bewiesen worden, daß sich das Unterbewußtsein auch an die pränatale Phase (Phase im Mutterleib) erinnern kann. Es wäre also durchaus vorstellbar, daß ein solcher gedanklicher Zusammenhang des Unterbewußtseins eine entsprechende Reaktion auslösen kann.

Es gibt natürlich sicher noch genügend andere Beispiele, die sich mit einem Tunnel vergleichen lassen, diese alle aufzählen würde hier aber zu weit führen und für das nötige Verständnis, reicht dieses Beispiel sicherlich aus.

Angst in Geschäften

Dieses Problem dürfte mit eines der häufigsten sein. Hier ist es auch wesentlich schwerer zu ergründen, wo hier der Auslöser zu finden sein könnte.

Mit was könnten wir die Angst in Geschäften in frühere Verbindung bringen? Das kann die große Menschenansammlung sein, ein Lift, eine Rolltreppe aber auch die schlechte Luft oder vieles mehr.

Meinen Erfahrungen nach sind es überwiegend Frauen, die mit der Angst in Geschäften zu kämpfen haben. Das könnte wiederum durchaus daran liegen, daß die Frauen wesentlich mehr Zeit in Geschäften verbringen als Männer.

Das Auslösende Ereignis kann in einem früheren Ereignis zu finden sein aber es muß nicht. Es kann durchaus eines aus der jüngsten Vergangenheit sein. Ein Zufall könnte ebenfalls eine Rolle spielen.

Nehmen wir einmal an, Ihnen wird morgen um elf Uhr übel und Sie müssen sich übergeben. Tatsache in diesem Fall ist es, daß Sie das jetzt und bis morgen, vor elf, nicht wissen können. Was tun Sie also? Sie erledigen Ihre Aufgaben wie gewohnt und sind dann zufälligerweise zum besagtem Zeitpunkt in einem Geschäft und das Ereignis tritt ein. In diesen Moment fällt Ihnen z.B. ein, daß eine Freundin das gleiche Problem hatte. Da depressive Menschen in der Regel negativ denken, taucht auch ein negativer Gedanke auf: “die Furcht vor einer Wiederholung”. Die meisten Menschen konkretisieren nun diese Furcht dann auf das Geschäft, wo es ihnen passiert ist. Fast keiner bringt es mit dem Zufall in Verbindung, daß man ausgerechnet jetzt in einem Geschäft ist, und es an jedem anderen Ort auch passiert wäre.

Beobachten wir nun einmal das Verhalten eines solchen Menschen. Bereits der Augenblick wo er weiß, daß er in dieses Geschäft gehen muß, läßt in ihm eine innere Unruhe aufsteigen. Der Gedanke: “Was ist wenn mir wieder schlecht wird”, taucht auf und er steigert sich unaufhörlich in diesen Gedanken hinein. Das Ergebnis: “Ihm wird schlecht und er übergibt sich”. Viele ergreifen die Flucht, sobald sie im Laden merken wie es aufsteigt. Draußen ist aber die Gedankliche Voraussetzung zum Kotzen nicht mehr gegeben und es kommt nicht dazu. Dies Verstärkt dann den Glauben daran, daß es mit diesem Geschäft in Zusammenhang steht.

Diese Reaktion ist ganz natürlich. Wir haben es selbst schon erlebt und deshalb glauben wir auch an die Möglichkeit das es wieder passieren kann. Wir geben also unserem Unterbewußtsein den Befehl: “In diesem Geschäft wird uns schlecht und wir müssen uns übergeben”. Das Unterbewußtsein handelt entsprechend unserer Anweisungen und das Ergebnis können Sie sich denken.

Mit jeden Mal wo uns dies passiert steigert sich unsere Angst. Im Laufe der Zeit weitet sich dieseAngst auf andere Geschäfte aus und würde letztendlich dazu führen, daß wir uns in keinen Laden mehr trauen. Das schlimmste daran ist, daß wir glauben nichts dagegen unternehmen zu können. Das aber steigert unsere Angst in Panik und das wird immer schlimmer. Es kommen mit der Zeit dann auch noch immer mehr Situationen hinzu, vor denen wir uns fürchten und in Panik geraten.

Ich kenne viele, die sich über Jahre hinweg nicht mehr aus dem Hause trauten, weil sie vor allem Angst hatten. Es taucht immer mehr die Frage auf: “Was ist der Auslöser für meine Ängste?” Dies ist wiederum ganz natürlich. Der Mensch meint, daß er sein Problem in den Griff bekommt, wenn er die Ursache kennt. Sicher kann er dann ganz gezielt an seinem Problem arbeiten, aber es geht auch anders.

Das Grundprinzip jeder Phobie ist gleich, nur daß jeder Phobieist aufgrund eines anderen Auslösers sich vor etwas anderes fürchtet. Anhand der beiden oben geschilderten Beispiele können Sie jederzeit eine Ableitung auf Ihre spezielle Situation herstellen. Wenn Sie noch Fragen haben, so senden Sie mir bitte eine Mail (Adresse am Ende jeder Seite). Ich werde mich bemühen Ihre Frage so ausführlich und so schnell wie möglich zu beantworten.

Was kann ich gegen meine Panik unternehmen?

Sie müssen nicht unbedingt die Ursache eines Problems kennen um es zu bewältigen. Sie müssen es lernen mit Ihrem Problem umzugehen. Je mehr Sie sich gegen Ihre Angst stemmen um so stärker wird sie. Sobald Sie mit der Angst umgehen können und wissen, daß kein Grund für eine Angst vorhanden ist, verliert sie ihre Macht und fällt in sich zusammen.

Jeder Mensch hat in seinem Leben mehrfach, gewisse Ängste auszustehen. Ein Mensch der ernsthaft die Behauptung aufstellt, daß er sich vor nichts fürchtet und noch nie Angst gehabt hat, der lügt. Angst ist ein angeborener Selbstschutz des Menschen. Ohne diese Angst würde der Mensch blindlings in sein Verderben laufen. Einige Menschen können diese Ängste kontrollieren und andere nicht. Gerade der negativ denkende Depressive gehört zur letzten Gruppe.

Wie Sie es lernen mit Ihrer Angst richtig umzugehen

Sträuben Sie sich nicht gegen die Angst. Lassen Sie sie zu. Immer wenn Sie merken, daß Ihnen die Angst aufsteigt sagen Sie zu sich selber (halblaut, so daß Sie sich selber hören können): Ich weiß, daß ich jetzt Angst habe. Es ist keine Schande Angst zu haben und deshalb nehme ich diese Angst an. Es macht mir nichts aus wenn ich Angst habe, denn sie geht auch wieder vorüber. Die Angst vergeht genau so schnell wie sie gekommen ist.

Diesen Satz wiederholen Sie so oft, bis Sie merken wie die Angst in sich zusammenfällt. Das geht in der Regel sehr schnell. Wenn die Angst abgeklungen ist machen Sie sich folgendes (ebenfalls halblaut) bewußt: “Ich hatte Angst und die Angst ist vergangen. Dabei ist mir nichts passiert und wenn die Angst wieder kommt wird sie ebenfalls vergehen, ohne daß mir etwas passiert”.

Bei schweren Panikattacken werden Sie vermutlich probleme haben, nach diesem Muster zu verfahren. Hier sollten Sie es mit folgenden Worten versuchen: Angst und Panikattacken sind nicht gefährlich. Sie vergehen wie sie gekommen sind, so wie sie bis jetzt immer vergangen sind. Diesen oder einen Sinngemäßen Satz sollten Sie mehrmals in Folge wiederholen, alleine schon deshalb, daß Sie sich nicht noch besser in die Panik hineinsteigern können. Wenn die Panik abgeklungen ist müssen Sie sich unbedingt “bewußt” machen, daß Ihnen nichts passiert ist und das es nicht den geringsten Grund für eine Panik gab. Sagen Sie sich dabei, daß die früheren Dinge mit der Gegenwart nichts zu tun haben. Die Vergangenheit ist vorbei und kann das jetzige Leben nicht mehr beeinflussen. Sie haben keinen Grund sich vor irgend etwas zu fürchten und schon gar nicht, wenn Sie keinen Grund erkennen können.

Die oben kursiv gedruckten Sätze sollten Sie möglichst wörtlich übernehmen und die anderen können Sie nach eigenen gutdünken sinngemäß formulieren. Feilen Sie an den Sätzen so lange, bis Sie auch glauben können was Sie sagen. Der Glaube ist dabei der wichtigste Faktor, denn der Glaube an die Sache wird mit der Zeit Ihr Unterbewußtsein beeinflussen. Seien Sie nicht verzweifelt, wenn es bei den ersten Versuchen noch nicht klappen sollte. Es dauert eine Weile bis dieses System die alten Glaubenssätze gegen neue bessere ausgetauscht hat, und erst dann kann es funktionieren.

Bei diesem sich selbst bewußt machen oder sich selbst sagen ist es wichtig, daß Sie es so laut vor sich hin sagen das Sie die gesprochenen Worte deutlich hören können. Das betrifft alle Passagen wo ich vom “bewußt machen” oder vom “vor sich her sagen” spreche.

Wenn Sie die Angst dann einigermaßen annehmen können, gehen Sie zum nächsten Schritt über:

Gehen Sie auf die Angst zu.

Ich nehme im Folgendem das Beispiel “Angst im Geschäft”. Sie können es auf jede andere Situation übertragen.

Nehmen Sie sich die ersten zwei- dreimal eine Vertraute Person mit, die Sie unterstützen soll. Gehen Sie ganz bewußt auf den Ort Ihrer Angst zu. Aus eigener Erfahrung wissen Sie ziemlich genau dieStelle, an der die Angst sich in der Regel als erstes bemerkbar macht. Nehmen wir einmal an, es ist die Stelle an der Sie das Geschäft sehen können, ca. 100 mtr. vor dem Laden.

Gehen Sie bis auf ca 130 mtr. an den Laden heran. Beginnen Sie dann damit folgendes zu sagen: Ich habe keine Angst in diesen Laden zu gehen. Es gibt nicht den geringsten Grund dafür. Ich brauche mich nicht zu fürchten. Ich kann ohne Furcht in diesen Laden gehen, denn es kann mir nichts passieren.

Bleiben Sie beim ersten Mal nur etwa 3 Minuten im Laden.

Diesen Satz sprechen Sie halblaut vor sich hin und wiederholen ihn ständig, so wie ein Tonband welches immer wieder den gleichen Text abspielt. Wichtig ist es, daß Sie keine Pausen in der Satzfolge machen. Sie müssen fortlaufend sprechen. Solange, bis Sie den Laden wieder verlassen haben. Ihre Begleitperson soll ebenfalls die ganze Zeit auf Sie einsprechen. Ebenfalls ohne Pause soll sie sagen: Du haßt keine Angst, es gibt gar keinen Grund dafür sich zu fürchten. Das ist eine ganz normale Situation, vor der man sich nicht zu fürchten braucht...

Wichtig bei dieser ganzen Prozedur ist es, daß beide fortlaufend sprechen. Sie sollten Ihren Satz wörtlich übernehmen während es bei der Begleitperson um eine Sinngemäße Wiedergabe geht.

Wenn Sie keine Begleitperson haben, können Sie als Ersatz einen Walkman nehmen und den Text der Begleitperson auf eine ausreichend lange Cassette sprechen. Den Walkman drehen Sie dann nur so laut, daß Sie ihn aber auch Ihre Worte verstehen können.

Wenn Sie dann den Laden wieder verlassen haben, sollten Sie z.B. in ein Cafe gehen und sich die ganze, soeben erlebte, Situation “bewußt” machen. Sprechen Sie dabei wieder laut. Sagen Sie sich genau das was Sie im Laden erlebt haben. Sagen Sie sich, daß Sie keine Angst gehabt haben und dases für Sie kein Problem war in den Laden zu gehen. Sagen Sie sich, daß es auch in Zukunft keinen Grund gibt um Angst zu haben. Im Falle einer Begleitperson sollten Sie sich sehr ausführlich über das soeben erlebte unterhalten. Sagen Sie sich dabei immer und immer wieder, daß es nicht den geringsten Grund für irgendeine Angst gegeben hat und auch in Zukunft nicht geben wird. Besprechen Sie das ganze so ausführlich wie möglich, denn Sie sollen sich damit etwas suggerieren. Etwas was den alten falschen Glauben in einen neuen richtigen Glauben umwandelt. Je mehr Zeit Sie sich für diese Bestätigungen, für dieses “Bewußt machen” nehmen um so besser für Sie.

Diese Prozedur sollten Sie in den nächsten Tagen einige male wiederholen. Jeweils ein bis zweimal am Tag. Bleiben Sie dabei immer um ein paar Minuten länger im Laden Dabei immer sprechen und anschließend das Bewußt machen nicht vergessen. Nach einigen Wiederholungen kommt dann die Stufe drei: Gehen Sie ohne Begleitung in den Laden. Anfangs wieder nur ein paar Minuten und verlängern Sie jeden Besuch. Das ständige Sprechen und das anschließende Bewußt machen gehört zum ständigen Ritual. Nach einer gewissen Zeit können Sie dann zu Stufe vier übergehen und den Laden, ohne zu sprechen, betreten. Sollten Sie wieder erwarten bemerken, daß Angst aufsteigt, nehmen Sie sie an und beginnen Sie mit dem Sprechen. Wenn Sie bei Stufe vier Angst verspüren, dann haben Sie in der Ausführung einen Fehler gemacht, indem Sie z.B. irgendwann daran gedacht haben, daß man doch Angst haben muß.

Mit dieser Methode habe ich zum Beispiel einer älteren Frau, die sich davor fürchtete im tiefen Wasser zu schwimmen, also dort wo sie nicht mehr stehen konnte, innerhalb weniger Tage das Schwimmen im tiefen Wasser beigebracht.

Die Internetseite von Pedro www.paniker.de befaßt sich sehr intensiv mit den Themen Angst, Panik und Phobie. Sicher finden Sie hier weitere gute und brauchbare Tipps zum Thema. Besucht diese Seiten doch einmal.

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    erstellt am 23.04.2000 © Horst.Voll@t-online.de